Célébration du Chocolat, Teil 1

Geschrieben von Ute Fabricius am 8. Oktober 2009 | Abgelegt unter Pralinen & Schokolade, Unterwegs

Vor mittlerweile fast zwei Wochen durfte ich für zwei Tage in die Schweiz reisen, um an einem ganz besonderen Schokoladenseminar teilzunehmen, der “Célébration du Chocolat”. Eingeladen hatten die Max Felchlin AG sowie Hermann Ratzinger – Handelsagentur und Großhandel.

Felchlin ist ein Schokoladenhersteller – nicht der bekannteste, aber der beste. In der Fabrik werden Kakaobohnen zu Couverturen verarbeitet, die dann von anderen Herstellern und Chocolatiers zu Schokoladenprodukten für den Endverbraucher verarbeitet werden.

Um als relativ kleines Unternehmen am Markt bestehen zu können, hat Felchlin sich vor einiger Zeit auf hochwertige Couverturen aus Edelkakao spezialisiert. 1999, also vor zehn Jahren, wurde das “Grand Cru”-Konzept entwickelt: Edelkakaobohnen von ausgewählten Plantagen werden nach traditionellen, schonenden Verfahren zu fantastischen Couverturen verarbeitet, aus denen noch fantastischere Schokoladen entstehen. Zum Beispiel die Tafelschokoladen von Pamaco, die Peer so gerne bei Verkostungen präsentiert, sind aus Felchlin-Couverturen hergestellt.

Dieses Jubiläum war der Anlaß für Felchlin, seine Partner zu einem Schokoladenseminar einzuladen, in dem es um die Präsentation und Vermarktung von Edelkakao geht. Eingeladen waren ausgewählte Confiseure und Chocolatiers aus Bayern und Österreich – und ich durfte auch dabei sein und die Schokozeit vertreten. :-) Hermann Ratzinger vertreibt die Felchlin-Produkte in Deutschland und Österreich und ist deswegen auch als Mitveranstalter und Sponsor dabei gewesen.

Das Seminar fand am Sitz der Firma Felchlin statt, in Schwyz. Mitten in der Zentralschweiz also, umgeben von sonnigen Tälern, mächtigen Bergen (da ist man als Norddeutsche ja nicht so verwöhnt mit) und wunderschönen Seen. Sehr idyllisch. Und nicht weit vom Ort des Rütlischwurs entfernt, also auch noch geschichtsträchtig.

Untergebracht waren wir alle im Rotschuo Paradieshotel in Gersau. Mit dem Auto ist es von Schwyz eine gute halbe Stunde entfernt, aber dafür liegt es direkt am Vierwaldstätter See. Als ich nach gut zehnstündiger Zugfahrt am späten Sonntagnachmittag dort ankam, war das Wetter reichlich diesig. Doch am Montagmorgen begrüßte strahlender Sonnenschein die Seminarteilnehmer. Die Aussicht war fantastisch. (Das Frühstücksbuffet auch: die verschiedenen Brote und Brötchen waren alle vom Chef persönlich gebacken – lecker!)

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Nach dem Frühstück brachte uns ein kleiner Bus zunächst zum Firmensitz von Felchlin, wo uns der Geschäftsführer, Christian Aschwanden, und der Export Marketing- und Verkaufsleiter, Claude Schellenberger, begrüßten. Wir alle erhielten eine Tasse mit Xocolatl, einer unglaublich köstlichen Trinkschokolade aus der venezolanischen Grand Cru Maracaibo.

Direkt im Anschluß daran gingen wir einmal quer über die Straße und betraten das Felchlin Schulungscenter Condirama.

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Alois Immoos, der jahrelang bei Felchlin beschäftigt war, zuerst als Einkäufer, später als Marketing- und Verkaufsverantwortlicher, hielt einen hochinteressanten Vortrag. Thema: “Cacao Selection Felchlin Grand Cru, Cru Sauvage, Cru Hacienda & Centenario”. Es ging um Ursprung, Herkunft und Geschichte der Grand Cru-Schokoladen. Es hätte keinen besseren Referenten geben können: Herr Immoos hat seinerzeit die erste Chocolat Grand Cru in der Schweiz eingeführt und ist der Initiator der ersten Sensoriksprache für Kakao. Aus dem operativen Geschäft hat er sich vor einiger Zeit zurückgezogen, ist aber noch Mitglied im Verwaltungsrat von Felchlin und betreibt die chocimo gmbh, die sich der Entwicklung und Förderung edler Schokoladen- und Kakaokultur widmet.

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Natürlich konnte der Vortrag, so interessant er auch war, nicht nur in der Theorie verhaftet bleiben. Die verschiedenen Grand Cru-Sorten wurden selbstverständlich alle verkostet, und so wanderten im Laufe des Vormittags immer wieder kleine Schälchen mit Schokoladentropfen von Tisch zu Tisch. Besonders spannend fand ich die Centenario Crudo 70 % – ich muß gestehen, nie zuvor nicht-conchierte Schokolade probiert zu haben und war sehr beeindruckt. Vor allem vom Kontrast zur Centenario Concha 70 %, 48 h - dieselbe Sorte, nur wurden durch das Conchieren die Aromen aus der Bohne freigesetzt.

Nach einem wirklich leckeren Mittagessen erklärte uns Simon Badertscher, für den Export verantwortlicher Chef-Confiseur von Felchlin, das Promotionskonzept der Max Felchlin AG. Dabei zeigte er uns nicht nur die vorhandenen Promotionsmaterialien (edle Pralinenschachteln, Broschüren, Schokoladenformen etc.), sondern auch die Arbeitsmaterialien, die Felchlin an die Chocolatiers vertreibt. Und wie wirbt man am besten für Pralinenformen, Vakuummixer und anderes für uneingeweihte magisch aussehende Zubehör? Richtig: vormachen. Ich habe jede Menge Fotos gemacht und werde demnächst einen gesonderten Bericht darüber verfassen.

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Bis zum Abendessen war anschließend noch Zeit, also wurden wir wieder ins Hotel gebracht. Ich hatte die Qual der Wahl zwischen meinem Balkon (alle Zimmer dort sind mit Blick auf den See) und der Seeterrasse, entschied mich für letztere und begann damit, die Notizen des Vormittags ins Netbook einzugeben. Bei dieser Aussicht (und den angenehmen Temperaturen – war wirklich schon Ende September?) machte diese Arbeit besonders viel Spaß.

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Zwanzig vor sieben holte uns wieder der Bus ab und brachte uns zum Hauptplatz von Schwyz. Im dortigen Hotel und Restaurant Wysses Rössli wurde uns ein “Menu au Chocolat – Grand Cru” serviert. Es war fantastisch. Einfach nur fantastisch. In jedem der Gänge war Schokolade enthalten – natürlich die Grand Cru von Felchlin, und so sorgsam dosiert, daß man sie zwar deutlich herausschmeckte, ihrer aber bis zum Ende nicht überdrüssig wurde. Wir alle hätten danach locker noch mehr Schokolade essen können. ;-) Die Menüfolge habe ich schon über Twitter bekannt gegeben. Eine Wiederholung mit Fotos folgt demnächst hier im Blog.

Am nächsten Tag führte uns Alois Immoos durch die Manufaktur von Felchlin. Auch das war wahnsinnig interessant (die Längsreiben machten einen Rhythmus, der mich an das Hörspiel “Der kleine Hobbit” denken ließ, in dem die Orks mit einem ganz ähnlichen Getrommel angekündigt werden). Leider durften wir während der Führung keine Fotos machen. :-(

Anschließend zeigte uns Herr Badertscher im Condirama noch eine Neuigkeit in Sachen Pralinenproduktion (Bericht folgt), und nach einem wieder ausgezeichneten Mittagessen hieß es schon: Abschied nehmen.

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Ein Kommentar zu “Célébration du Chocolat, Teil 1”

  1. am 8. Oktober 2009 um 21:58 1.Peer Michaelis schrieb …

    Neid! Was wäre ich gerne dabei gewesen!!

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