Liebes Tagebuch,

Geschrieben von Toshi am 12. Januar 2010 | Abgelegt unter Toshis Tagebuch

vor sieben Tagen ist eine Veränderung in meinem Dasein eingetreten, von der ich noch nicht ganz sicher bin, ob ich sie gutheißen soll oder nicht. Ich wurde verrückt. Man hat mich an einen anderen Standort gebracht.
Bisher teilte ich mir einen Raum mit den Servern, den Faxgeräten und einigen anderen Geräten. Jetzt stehe ich im Korridor.
Der Nachteil: Es ist oft recht frisch und es zieht.
Andererseits mußte ich mir vorher ein Zimmer mit den Servern und einigen anderen Geräten teilen. Und die Server machen immer so einen Lärm. Sich mal untereinander auszutauschen, so von Hightech-Gerät zu Hichtech-Gerät, ist ja an sich nicht schlecht, aber dieses Dauergequatsche der drei ist mir schon lange auf die Nerven gegangen. Die wissen die Stille gar nicht zu schätzen. Außerdem strahlen sie dabei so viel Hitze ab, und wer hat die abgekriegt? Ich natürlich. Da gefällt mir die angenehme Kühle im Korridor doch gleich viel besser.
Die Server haben jetzt einen Raum für sich bekommen, in dem sie sich meinetwegen so lange unterhalten können wie sie wollen. Mir egal. Interessiert mich eh nicht.
Außerdem sehe ich die Kollegen jetzt viel öfter. Vorher sind sie ja nur gekommen, wenn sie was von mir wollten, inzwischen sagen sie auch einfach mal nur “hallo” zu mir. Das gefällt mir sehr gut.
Andererseits gehen sie oft auch einfach an mir vorbei und ignorieren mich einfach.
Außerdem vermisse ich den kleinen Frede. Eigentlich ist es natürlich unter meiner Würde, mich mit so einem simplen Gerät abzugeben – was kann ein Faxgerät denn schon? Es fiept und tutet, als ob es wer weiß was für eine Leistung erbringen würde, obwohl ich Ausdrucke und Kopien in wesentlich besserer Qualität liefere! Trotzdem muß ich gestehen, daß mir der Kleine direkt ans Herz gewachsen ist. Sein Arbeitseifer ist vorbildlich. Und als es mir vor einiger Zeit so schlecht ging, hat Frede die Kollegen so lange mit Pieptönen genervt, bis es ihnen aufgefallen ist. Auf mich hört ja keiner.
Andererseits sitzt mein Freund Olli jetzt in meinem ehemaligen Zimmer. Er hat dort sein Telefon aufgebaut und telefoniert fleißig. Und von seinem Schreibtisch aus blickt er direkt zu mir (sofern nicht irgendwelche Kollegen ihm den Blick versperren). Das finde ich richtig gut, denn da wird er viel eher bemerken, wenn ich Hilfe brauche. Frede steht auf einem Tischchen neben ihm, so daß ich den Kleinen in guten Händen weiß.
Wenn ich es recht bedenke, gefällt mir die neue Lage doch sehr gut. :-)
Dein Toshi

Trackback URI | Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben